Rundgang

Eine Führung durch die Basilika Maria Taferl

Mit dem Bau der Kirche wurde in der Zeit der späten Renaissance begonnen und im Barock beendet.Baumeister waren Georg GERSTENBRAND (Wiener kaiserlicher Architekt) und der Italiener Carlo LURAGO (1671 bis 1673.) Jakob PRANDTAUER aus Tirol vollendete (1708 bis 1711) die 5,5 m hohe Kuppel. Er projektierte z.B. auch das Stift Melk. Unverändert hat die im Norden an die Kirche angebaute Sakristei (dies ist übrigens der älteste Teil der Kirche) den Renaissancecharakter bis heute erhalten.

Die in der Sakristei befindlichen Stuckornamente stammen von Carlo CONSENIO aus dem Jahre 1664, die Renaissancekästen von dem Tischlermeister Andreas PORR aus dem Jahre 1670.


Ursprünglich wurde die ganze Kirche mit Stuckornamenten geschmückt, ähnlich der Kirche in Waldhausen in OÖ. oder in Mariazell. Später wurde der Stuck abgeschlagen und ein Freskoputz aufgetragen. Die Fresken wurden von dem Italiener Antonio BEDUZZI und seinen Mitarbeitern gemalt. (1714 bis 1718)

Die Fresken unter der Orgelempore zeigen die Entstehungsgeschichte von Maria Taferl. Das Leben und die Verherrlichung des hl. Josef, der auch der zweite Schutzpatron unserer Basilika ist, stellen die Deckenfresken im Längsschiff dar, im östlichen Querschiff Maria, die unbefleckt Empfangene, im westlichen Querschiff Marias leibliche Aufnahme in den Himmel, im Presbyterium den Sieg des hl. Kreuzes. Die Kuppel zeigt das Leben Mariens in acht Darstellungen: Verkündigung durch den Engel, Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth, Geburt in Bethlehem, Anbetung der Hirten, Anbetung der Könige, Beschneidung im Tempel, Flucht nach Ägypten, der 12-jährige Jesus im Tempel.

1860: die mit Bleifarbe übermalten Fresken wurden mit Anilinfarben überstrichen. 1951 hat Restaurator Weißenbach die Fresken wieder freigelegt und gereinigt, deswegen sind sie heute noch so gut erhalten.


Der Hochaltar, zugleich Gnadenaltar, stammt von Matthias GÖTZ aus St. Nikola bei Passau, (1738 fertiggestellt), wurde aus feuervergoldetem Silber, Marmor und Kunstmarmor gefertigt. In der mittleren Rundbogennische befindet sich eine stilisierte Metalleiche, das ist auch der Originalplatz, an dem früher die Eiche stand, mit der 38 cm großen Gnadenstatue, geschnitzt aus Lindenholz, umgeben von einem Strahlenkranz, darunter der Tabernakel. Die darüber liegende Sonne stellt die Lichterscheinungen dar.

Links und rechts die überlebensgroßen Statuen der alttestamentlichen Propheten Jesaja und Jeremia (1736). Über der Nische breitet sich auf vier wuchtigen marmorierten Säulen der Aufbau des Hochaltares aus. In der Mitte weinende Engel mit dem hl. Kreuz und den Leidenswerkzeugen Jesu.

In der Zeit der Napoleonischen Kriege musste das Kirchensilber abgeliefert werden (1820). Auch der Hochaltar wurde seines Kirchensilbers beraubt, die geplünderten Stellen mit marmoriertem Papier überklebt. Die Wiederherstellung des Hochaltares nahm lange Zeit in Anspruch und konnte nicht mehr so kostbar ausgeführt werden.


Die typischen Merkmale der Gnadenstatue von Maria Taferl: Maria hält auf dem Schoß ihren toten Sohn, mit der rechten Hand stützt sie sein Haupt, mit der Linken hält sie seinen Arm. Nur die Muttergottes trägt eine Krone und ihr Blick ist nicht schmerzverzehrt und auch nicht auf Jesus gerichtet, sondern geradeaus, gemäß der Botschaft von Maria Taferl für die Welt: „Was Er euch sagt, das tut!“

Die kleinen Seitenaltarbilder stammen von dem Wiener Johann Georg SCHMID (aufgestellt 1735) und zeigen:

Westlich den hl. Johannes Nepomuk, er war Generalvikar von Prag und ist der Beschützer des Beichtgeheimnisses, wurde gefoltert und am 20. März 1393 in die Moldau geworfen.

Östlich der hl. Karl Borromäus (1538 bis 1584) Kardinal und Bischof von Mailand.

Die beiden großen Seitenaltäre zeigen Bilder von Johann Martin Schmidt, dem so genannten „Kremser Schmidt“ (gemalt 1775).

Am östlichen Altar, Christus sterbend am Kreuz, unten Maria, Johannes und Magdalena, neben ihnen der römische Hauptmann zu Pferde. Die seitlichen Statuen dieses Altares stellen zwei alttestamentliche Vorbilder der Kreuzigung Christi dar, nämlich die Opferung Isaaks durch Abraham und Moses mit der ehernen Schlange. (von Johann Georg Dorfmeister 1777)

Der westliche Altar stellt das Bild der hl. Familie als Beschützerin des Gnadenortes dar. Rechts unten ist die Basilika von Maria Taferl dargestellt. Die seitlichen Figuren: die leiblichen Großeltern Jesu, Joachim und Anna. Je ein vom Himmel schwebender Engel verkündet die Geburt Mariens. (von Johann Georg Dorfmeister 1777)


Der westliche Altar stellt das Bild der hl. Familie als Beschützerin des Gnadenortes dar. Rechts unten ist die Basilika von Maria Taferl dargestellt. Die seitlichen Figuren: die leiblichen Großeltern Jesu, Joachim und Anna. Je ein vom Himmel schwebender Engel verkündet die Geburt Mariens. (von Johann Georg Dorfmeister 1777)

Ein Prunkstück ist die ganz vergoldete Kanzel von 1727, ein Werk des St. Pöltner Tischlers Matthias TEMPE, nach einem Vorbild der Passauer Domkanzel. Die Figuren auf der Kanzel stellen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dar. Sie sind Originalschöpfungen von Petrus Widering.


Gegenüber der Kanzel eine Darstellung der hl. Theresia von Avila (1515 bis 1582), die dem Orden der Karmelitinnen angehörte. (In Maria Taferl waren ca. 25 Jahre lang Karmeliterpatres in der Seelsorge tätig.)

Im Längsschiff sind links und rechts je 6 Beichtstühle aus Eichenholz mit reich vergoldeten Gesimsen eingebaut. Die über den Beichtstühlen befindlichen Kreuzwegbilder stammen aus der Kirche von Patsch in Tirol, sie sind ein Werk des Tiroler Meisters Michael MILLDORFER (gemalt 1735).

Die Orgel verfügt über 50 Register und 3300 Pfeifen, verteilt auf 3 Manuale und das Pedal. Das Gehäuse gehört zu den bedeutendsten Rokokoprospekten Österreichs und stammt vom berühmten Orgelbauer Johann HENKE aus Wien (1760). Das spätromantische Orgelwerk stammt vom Kremser Franz CAPEK (1910) . Das Brustpositiv wurde von Karl JEHMLICH im Jahre 1965 reaktiviert.

Am 15. Dezember 1947 erhob Papst PIUS XII die Kirche zur „Basilika minor“.