Wallfahrtsbasilika Maria Taferl

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Glocken

Geschichtliches:
Die Glocken der Basilika Maria Taferl aus der Festschrift von 1949
Bevor noch die herrliche Barockkirche auf dem Taferlberg erbaut wurde, als erst eine hölzerne Kapelle bei der Taferl – Eiche und ein eigenes, hölzernes Kirchwärterhäuschen an Stelle der heutigen Hotel- und Gasthofbauten bestand, wollte man schon eine kleine Glocke haben. Der Glockengießer Johann Schelshorn aus Regensburg lieferte eine solche mit einem Gewicht von ungefähr 190 kg. Diese erste Glocke kam samt dem Transport von Regensburg auf 200 Gulden. Nach einiger Zeit wurde noch eine zweite Glocke mit ungefähr 60 kg angeschafft. Das war durch 40 Jahre das erste Geläute von Maria Taferl, ein recht armes Geläute. Aber wir können es uns kaum mehr vorstellen, mit welcher Freude die gläubigen Menschen des ausgehenden 17. Jahrhunderts dem Klang dieser Glöcklein am Berge lauschten.

Unterdessen wurde die Wallfahrtskirche gebaut. Im Jahre 1693 war der östliche Turm fertig und 1697 der westliche. Damit war die Grundlage geschaffen für größere Glocken. Im Jahre 1696 hatte die Kirche von Kaiser Leopold I. Metall, wahrscheinlich Kanonenmetall aus dem zweiten Türkenkrieg, erhalten. Die Glockengießer Melchior Schorer aus Linz und Matthias Prininger aus Krems baten um den Auftrag.

Am 20. Februar 1701 meldete der Administrator Johann Daniel Bockh dem Bischof von Passau: Die kleine Kirchenglocke habe einen „Schrick“ bekommen (wohl einen Sprung) und sei unbrauchbar geworden, so dass jetzt nur mehr eine Glocke vorhanden sei. Die beschädigte Glocke wiege zwar mehr als einen Zentner, aber seien ein größeres Feldstück und mehrere kleine Feldstücke als Glockenmaterial vorhanden. Daraus sollte eine große Glocke gegossen werden. Bischof Johann Philipp trug dem Administrator auf, die Glocke nach Möglichkeit anzuschaffen.

Im selben Jahr goss der Glockengießer Johann Achamber aus Wien für

Maria Taferl zwei neue Glocken, eine mit ungefähr 350 kg und eine mit ungefähr 70 kg. Mit der vorhandenen Glocke aus 1660 im Gewichte von rund 190 kg bildeten sie durch fast 50 Jahre das zweite Geläute von Maria Taferl. Die beiden von Achamber gegossenen Glocken bleiben bis zum ersten Weltkrieg als Verseh- und Zügenglöcklein im Gebrauch.

Am 29. Juni 1724 wurde die Kirche vom damaligen Fürstenbischof von Passau, Dominik Graf Lamberg, feierlich eingeweiht. Man schritt dann zum Bau des herrlichen Hochaltars, der auf mehr als 67.000 Gulden kam und 1739 fertig wurde. Es dauerte aber noch weitere zehn Jahre, bis man sich wieder den Glocken zuwandte.

Im Jahre 1748 übernahm Silvio Croce (Kreuz), Glockengießer in Linz, den Umguss einer Glocke per Zentner um 10 Gulden Arbeitslohn. Die in Linz gegossene Glocke stimmte aber nicht zu den vorhandenen Glocken, so dass der Wunsch nach einem neuen, harmonischen und für Maria Taferl repräsentativen Geläute wurde. Es verging aber ein viertel Jahrhundert, bis dieser Plan wenigstens teilweise verwirklicht werden konnte.

Am 15. Juli 1773 goss Franz Josef Scheichel in Wien, Leopoldstadt, eine Glocke mit rund 1800 kg. Sie erhielt den Spruch:
Zu Maria Tafferl Ehr ich bin Aufwärts der Donau geschiffert hin; Franz Josef Scheichel mich gegossen hat Zu Wienn in der Leopoldstadt.

Schon im nächsten Jahr 1774 erhielt die Kirche ihre größte Glocke vom gleichen Gießer im Gewichte von rund 3750 kg. Diese Glocke überdauerte beide Weltkriege. Sie wurde aus Kanonenmetall hergestellt, worauf ihre Inschrift hinweist:
Vorhin ein Feldgeschütz
Mit meinen Donnerknallen
Oft forchterlich dem Feind
Auch schadlich bin gefallen.

Nun aber mit mein Klang
Alle Fromme lade ein
Hieher zu allem dem, Was Gott kann gefällig sein.

Dieses dritte Geläute blieb Maria Taferl erhalten bis zum ersten Weltkrieg. Im Jahre 1922 wurden zwei kleinere Glocken von Michael Teufelmayr in Linz umgegossen zu einer Glocke im Gewichte von zirka 370 kg. Der bekannte Heimatforsche Dechant Plesser bemerkte dazu in seinem Buch (Beiträge zur Geschichte der Wallfahrt und Pfarre in Maria Taferl, Seite 195): Seither ist das Geläute unvollständig.“ Man mag sich vielleicht bei der Glockenablieferung im ersten Weltkrieg mit der Hoffnung getröstet haben, einmal zu einem harmonischen Geläute zu kommen.

Diese Hoffnung wurde erfüllt im Jahre 1925 unter dem damaligen Pfarrer von Maria Taferl, dem verstorbenen hochwürdigsten Herrn Propst Johann Frank, da erhielt Maria Taferl ein so genanntes „Salve Regina Geläute“. Zu der vorhandenen Glocke im Gewichte von 3750 kg mit dem Ton H wurden vier neue Glocken dazugegossen im Gewichte von 1600 kg, 770 kg, 450 kg und 300 kg und die Stimmung D, Fis, A, H.

marianischen Kongregationen der Diözese, der Gemeinde Maria Taferl und den Wallfahrern. Diese neue Glocken mussten am 12. Februar 1942, im zweiten Weltkrieg, abgeliefert werden. Erhalten blieb wieder die große Glocke von 1774.

Maria Taferl erlebt nach dem zweiten Weltkrieg einen neuen Frühling. Die Kirche wurde zum Teil während des Krieges, zum Teil nachher, zur Gänze restauriert. Im ‚Jahre 1947 hat der Heilige Vater die Kirche zur Würde einer Basilika erhoben. Da durften auch die Glocken nicht länger fehlen. Im Einvernehmen mit dem Diözesankunstrat wurde der Plan gefasst, ein Tedeum-Geläute (Stimmung H-D-E-G-A) anzuschaffen.

Die größte neue Glocke wurde 1947 von der Firma Josef Pfundner in Wien gegossen, die drei anderen folgten 1949. Das neue Geläute ist der Stimmung nach das schönste und dem Gewichte nach das schwerste, dass Maria Taferl je besessen hat.

Die neuen Glocken


Im Jahre 1947 wurde die sogenannte B i s c h o f s -J u b i l ä u m s g l o c k e gegossen. Sie wiegt 1400 kg, Ton D. Im Relief zeigt sie den hl. Erzengel Michael wie er den höllischen Drachen in die Hölle stürzt und das Wappen unseres hochwürdigsten Herrn Bischofs. Die Inschrift lautet: „Sancte Michael,Archangele, defende nos in proelio. Contranequitiam et insidias diaboli esto praesi dium“ (aus den Gebeten nach der stillen heiligen Messe: Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns in unseren Streite! Gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unsere Schutzwehr!) Die deutsche Inschrift auf der Glocke lautet: Meine eherne Stimme erklang zum ersten Male, da Bischof Michael Memelauer das 50. Jahr seines Priestertums und das 20. Jahr seines Hirtenamtes über die Diözese St. Pölten vollendete.
Die M a r i e n g l o c k e. Sie wiegt rund 1100 kg und hat den Ton E. Sie trägt das Relief der schmerzhaften Mutter Gottes und die Inschriften: Mater Dolurum, Regina pacis, ora nobis (Mutter der Schmerzen, Königin des Friedens, bitte für uns!), und: Die Liebe der Wallfahrer zur Gnadenmutter von Maria Taferl hat mich und meine zwei Schwestern im Jahre des Heiles 1949 gestiftet.
Die J o s e f s g l o c k e. Gewicht 650 kg, Ton G.
Relief: Heiliger Josef, Inschrift: Summa Trias, rarce precantibus, da Joseph mertis sindra scandere (Höchste Dreieinigkeit, sei gnädig den Bittenden.
Lass uns durch die Verdienste des heiligen Josef zum Himmel gelangen!). Der heilige Josef ist der zweite Patron der Kirche.
Die H i p p o l y t u s – G l o c k e. Als kleinste Glocke von Maria Taferl hat sie immerhin noch ein Gewicht von 450 kg. Ihr Ton ist A, die Septim der großen Glocke. Das Relief zeigt den heiligen Hippolyt. Die Inschrift lautet: Sancte Hippolyte, ora pro Dioecesi, tuo nomini dedicatae. Maria Taferl 1949 (Heiliger Hippolyt, bitte für die Diözese, die deinem Namen geweiht ist!).

Die Glocken – Restaurierung 2004 und 2005

Im Jahre 2004 wurde es notwendig, dass wir uns wieder intensiver unseren Glocken zuwendeten. Häufig anfallende technische Defekte brachten das halbe Geläute der Glocken zum Schweigen. Die Pfarre hat bei zwei Glockenfirmen ein Angebot eingeholt.
Den Auftrag für die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen erhielt die Firma Schauer und Sachs aus Salzburg. Es sollte eine komplette Erneuerung der Läuteanlage werden. Begonnen wurde mit den vier Glocken im Westturm im Oktober 2004. Die Stahljoche wurden durch neue aus Eichenholz gefertigte Joche ausgetauscht. Die komplette elektrische Anlage ist erneuert worden. Die neuen Motoren wurden auf eine aus Stahl angefertigte, auf den Glockenstuhl befestigten Motorbrücke montiert. Neue Antriebsräder für die Glocken wurden eingebaut. Auch die Stahlklöppel, die für die Glocken zu hart waren, wurden durch neue Rundballenklöppel ersetzt.

Die größte Veränderung erfuhr die Hippolytglocke, sie wurde in den Glockenstuhl gehängt. Bis jetzt war sie neben dem Glockenstuhl im Turmfenster untergebracht, was für das Mauerwerk und auch für die Lager der Glocke sehr von Nachteil war. Ebenso wurde der Glockenstuhl teilweise neu verschraubt um eine Distanz zum Mauerwerk zu schaffen.
Im März 2005 war die Glockenstube im Ostturm und damit die große Glocke an der Reihe saniert zu werden. Ein historisches Holzjoch befand sich in der Glockenstube und dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt restauriert und instand gesetzt. Anstelle des Eisenjoches wurde das historische Holzjoch eingebaut, sodass wieder eine Einheit entstand. Die große Glocke, der Glockenstuhl und das Joch aus dem Jahre 1774. Ansonsten wurden die gleichen Maßnahmen wie schon im Vorjahr bei den vier Glocken im Westturm vorgenommen. Zum Abschluss der Arbeiten ist die Verkabelung bis in die Sakristei erneuert worden, wo die neue Schalttafel mit der funkgesteuerten elektronischen Uhr verbunden wurde.